Macbeth (Frankfurt), 2024
Für Lady Macbeth endet Giuseppe Verdis Oper auch in Frankfurt in Wahnsinn und Tod, für die Sängerin Signe Heiberg könnte das einer der ganz großen Abende gewesen sein. Die Dänin singt die anspruchsvolle Partie derzeit am Stadttheater Heidelberg und hinterließ dort in der Premiere vor wenigen Wochen einen prächtigen, aber auch raumsprengenden Eindruck.
Im Frankfurter Opernhaus sprang sie nun, in buchstäblich letzter Minute aus Kopenhagen eingeflogen, wie Intendant Bernd Loebe berichtete, für die erkrankte Tamara Wilson ein, die glücklicherweise spielen konnte.
Heiberg sang vom Rand, nicht raumsprengend, sondern raumfüllend, eine hochdramatische Sopranmacht mit expressiven Tiefen, goldener Mitte und fast perfekten Höhen. Stimmlich ein ebenbürtiges Pendant zu Nicholas Brownlees lichtem, rundem Bassbariton
(02.12.2024 Frankfurter Rundschau)
In quasi letzter Minute wurde die dänische Sopranistin Signe Heiberg aus Kopenhagen eingeflogen, Wilson spielte, markierte die Lady Macbeth und Heiberg sang an der rechten Bühnenseite den Part. Eine bewundernswerte Leistung nach einer knappen Stunde Einweisung, portraitierte die couragierte Sängerin mit Ablomp diese heikle Partie. Stets hielt zwischen spontaner Emotion und kultiviertem Schöngesang die Balance, widerlegte die „Aussage“ die Lady dürfte mit einer Stimme jenseits des Zenits gesungen werden. Kalkuliert setzte die vortreffliche Interpretin ihre präsenzreiche Mittellage, die wohlklingenden Höhenbereiche effektiv ein. Unmissverständlich rückte Heiberg die Wahnsinnsszene als Krönung ihrer Interpretation in die Nähe der berühmten Belkanto-Szenen. Bravo!
(02.12.2024 OnlineMerker)
[...]weshalb Signe Heiberg vom Rand aus im Halbdunkel die Partie singt – aber wie! Das hat Glut und Glanz! Den Sprüngen und Trillern ihres Trinklieds beim Bankett gibt sie eine perverse Brillanz. Und in der Nachtwandlerszene des vierten Akts liefert Heiberg eine Studie des Irreseins, indem sie erste Satzteile mit voller Stimme aussingt, um die zweiten Satzteile in halber Stimme zurückzunehmen. In der klingenden Syntax zeigt sich die Spaltung der Person.
(03.12.2024 FAZ)
Die Stimme leiht ihr vom Bühnenrand aus als kurzfristig eingeflogene Retterin in der Not Signe Heiberg. Die dänische Sopranistin hatte mit der Rolle bereits 2022 am kleinen Theater Bremerhaven auf ihre enormen stimmlichen Möglichkeiten aufmerksam gemacht und erst kürzlich in dieser Partie am Theater Heidelberg hymnische Kritiken geerntet. Nun hat sie auch das Frankfurter Publikum im Sturm erobert. Ihr Stimmvolumen kann mit dem raumfüllenden XXL-Format Brownlees mühelos mithalten. In punkto gestalterisches Vermögen übertrifft sie ihn sogar.
Verdi hatte seinen Sängern die paradoxe Anweisung mitgegeben: „Das Duett zwischen der Lady und ihrem Mann und die Nachtwandlerszene … dürfen absolut nicht gesungen werden. Man muß sie mit recht hohlen und verschleierten Stimmen darstellen.“
Diese Effekte gelingen Signe Heiberg ohne Preisgabe einer tadellosen technischen Führung ihrer Stimme. Sie verfügt einfach über eine staunenswerte Fülle an Klangfarben, über die kalte Glut, mit der sie ihren Gatten antreibt, über die prickelnde Beweglichkeit im Trinklied bis hin zu den gedeckt-angespannten Tönen der Nachtwandlerszene. Die jugendlich-dramatische Frische der Stimme baut auf einem satten Fundament in der Tiefenlage auf und kann unerschrocken die Spitzentöne attackieren. Von dieser Sängerin, die bislang als Geheimtipp gilt, wird man noch hören.
(03.12.2024 Der Opernfreund)
Beinahe wäre die Premiere von Verdis "Macbeth" an der Oper Frankfurt geplatzt, da die Darstellerin von Lady Macbeth - Tamara Wilson - beim besten Willen nicht singen konnte. Aus Kopenhagen wurde die dänische Sopranistin Signe Heiberg eingeflogen, und obwohl sie nur eine halbe Stunde Zeit für Absprachen hatte, rettete sie den Abend. Nichts wackelte, sie sang ausdrucksvoll, dramatisch, souverän und auswendig.
(02.12.2024 HR2)
Macbeth (Heidelberg) 2024
Signe Heiberg singt raumsprengend voluminös, herrisch in den Tiefen,(…) . Das ist eine eindrucksvolle Vorstellung… (21.10.2024 Frankfurter Rundschau)
Die Dänin Signe Heiberg überzeugt in der Heidelberger Inszenierung als „Lady Macbeth“ und dominiert in ihrer Rolle die Szenerie.”
“Gelegentlich und ohne falsche Gleichsetzung darf man gar an Maria Callas denken, die vor langer, langer Zeit gezeigt hat, welche (destruktive) Energie in dieser Rolle steckt.
Die Vertrautheit mit dieser Partie ist dementsprechend groß und manchmal nicht mehr weit entfernt mit der Identifikation mit ihr. Das heißt im Stimmlichen: das Wahre ist nicht unbedingt das Schöne. Heiberg schreckt vor schrillen Tönen, scharfen Höhen nicht zurück, feuert gezackte Blitze ab. Die Dänin dominiert die Szenerie. Und wenn sie dann im Schlussakt ihre Wahnsinns-szene neuen Typs hat - mit der Verdi sozusagen Donizetti überwand macht Heiberg endgültig den Abschied vom Belcanto hörbar.“
(22.10.2024 Mannheimer Morgen)
“Gesungen wurde gut bis prächtig. Allen voran Signe Heiberg,(…). Ihren dramatischen Sopran befeuert sie mit Dynamit, was anfangs in den Spitzentönen etwas gewaltsam gewirkt haben mag, aber sie stellt sich auf die räumlichen Gegebenheiten ein und liefert eine, auch darstellerisch fabelhafte Partie ab, einschließlich samtener Lyrismen.”
(22.10.2024 Theater pur)
Fidelio, 2024
Signe Heiberg, deren Name dringend mehr als ein Geheimtipp sein sollte, gab ihr Debüt als Leonore - und das war kaum zu glauben: Denn so souverän und ausgereift hört man diese anspruchsvolle Partie selten. Heiberg baute auf einer dunklen, satten Mittellage eine üppige und zugleich perfekt fokussierte Höhe auf und schritt die so heiklen Übergänge der Partie mühelos aus. Mit enorm unforciertem, Aplomb schleuderte sie ihr „Abscheulicher“ in den Saal, um gleich danach den „Farbenbogen“ fein-schimmernd leuchten zu lassen. Den mitfühlend-schwermütigen Ton traf sie ebenso wie den Freudentaumel, den sie mit einer Strahlkraft sondergleichen ausstatte. Bei alledem wirkte die Diktion nicht nur klar, sondern auch akzentuiert, was die gute Phrasierung der Sängerin von der Sprachlichen Seite her zusätzlich unterstützte.“
(Opernglas 11/2024)
Rosenkavalier, 2024
Dank ihrer persönlichen Ausstrahlungskraft und ihres überragenden sängerischen Könnens gestaltet Signe Heiberg die überaus schwierige Rolle der Feldmarschallin mit aller Tiefenschärfe bravourös. Mit intelligentem Sinn für kleine musikalische Details erlaubt sie so einen subtilen Blick in die Seelenlage ihres Handelns
(13.05.2024 nmz.de)
Signe Heibergs voluminöser Sopran ist das perfekte Instrument für die Partie der Marschallin, weil die Sängerin die Kraft, mit der sie Töne erzeugt, vorbildlich dosiert und sehr nuanciert mit Worten und Klängen arbeitet.
(10.05.2024 Kreiszeitung)
Signe Heiberg as the Marschallin provided a consistent and beautiful combination of lyrical and dramatic singing. Her voice was rich, warm, velvety, golden.
(06.05.2024 Seen and Heard International)
Signe Heiberg als Feldmarschallin macht mit ihrem Riesensopran klar, dass sie die wenigen Freiheiten, die die Gesellschaft den Frauen lässt, überlegen nutzt, und gewinnt ihm im Verzicht auf ihren Liebhaber Octavian, wenn die Uhr dreizehn schlägt, wunderbare Piano-Feinheiten ab. Diese großartige Sängerin ist die vokale Säule des Abends
(07.05.2024 Weserkurier)
Tosca, 2023
"Signe Heiberg gelang es, Spiel und Stimme zu einem starken Tosca-Porträt zu kombinieren [...] Sie sang überaus differenziert und wusste den Raum mit ihrem Gesang zu füllen.
Wie sie wie in Trance und betäubt vor Schmerz das 'Vissi d'arte' eben nicht als Wohlfühlsarie gestaltete, verdient Anerkennung"
(Opernglas 11/2023)
Macbeth, 2022
"Signe Heiberg verfügt über einen ungemein betörenden lyrisch dramatischen Sopran mit warmer Mittellage und leuchtender Höhe. Sie verleiht der Lady Macbeth, auch durch die ihre involvierte Modulation, die fahlen Stimmfarben und die dramatische Attacke eine glutvolle Intensität. Mit dramatisch dunklem Ton und leuchtender Höhe ist sie zum einen die lockende Sirene, die Macbeth um den Finger wickelt aber auch die blutrünstige Mörderin. Mit immensem stimmlichen Einsatz und eindrucksvollem Spiel geht sie völlig in der Rolle auf. So ist Signe Heiberg ist ein wahrer Glücksfall für die Rolle der Lady Macbeth. Ein grandioses Portrait."
(22.11.22 ioco.de)
Die Fledermaus, 2019
[...]Zunächst imponiert die aus Kopenhagen an die Ybbs engagierte Sopranistin Signe Heiberg als persönlichkeitsstarke Rosalinde. Ihre Stimme ist gleichsam ohne Grenzen einsetzbar, man ist, sobald man sie in ihren verschiedenen Lagen hört, versucht, sofort an Oper zu denken. Wie nahe ist eigentlich Johann Strauss etwa Wagner oder Puccini? Bei dieser Stimme sehr, sehr nahe. Der “Csárdás” etwa ist stark genug, ebenso die finale Auseinandersetzung mit Eisenstein in der Verkleidung als Dr. Blind. (mehr)
Un Ballo in Maschera, 2019
[...]Das musikalische Glanzlicht des Abends aber setzte die junge dänische Sopranistin Signe Ravn Heiberg in der Rolle der Amalia. Sie setzte ihren angenehm timbrierten Sopran, der auch in der Höhe nie scharf klang, ungemein geschickt ein. Sie war überzeugend als Liebende, als todtraurige Mutter, als Verzweifelte [...] (mehr)
(14.07.2019 Lübecker Nachrichten)
[...]Heiberg steigert sich als Amelia wunderbar in die emotionale Achterbahnfahrt zwischen Ehemann und Geliebtem, Verlangen und Schuldgefühl hinein – mit opulent gleißendem skandinavischem Timbre.[...] (mehr)
(14.07.2019 Kieler Nachrichten)
Der Rosenkavalier, 2019
[...] Und stimmlich kommt die Partie nicht zu früh, denn neben aller Jugendlichkeit der Stimme und einer souveränen, dynamisch differenzierten Stimmführung steht eine erstaunlich reife Textbehandlung – und die „silberne Rose“ am Ende des ersten Aktes habe ich noch selten so tonschön gehört. [...] (mehr)
(22.05.2019 IOCO Kultur im Netz)
[...] Heiberg lässt das voluminöse Potenzial ihrer Stimme aufblühen und findet dazu anrührend Ausdruck für innere Verletztheit und Verunsicherung [...] (mehr)
(12.03.2019 Landeszeitung Lüneburg)
Figaros Hochzeit, 2017
Signe Ravn Heibergs Gräfin kommt melancholisch daher, Heiberg singt mit ganz großer Stimme und herzerweichend schön (mehr)
19.09.2017 Landeszeitung Lüneburg
Otello, 2016
[...] Der Star des Abends ist eine Frau. Signe Ravn Heiberg singt eine Desdemona, der das Publikum zu Füßen liegt. Heiberg verkörpert eine Frau, die ihre Rolle im Machtgefüge angenommen hat. [...] Alles singt die Sopranistin mit einer inneren Überzeugung und einer locker wirkenden Souveränität, mit strahlenden, nie spitzen Höhen, mit Leidenschaft und mit einer anrührenden Zärtlichkeit. [...] Heiberg ist die Entdeckung dieses Abends.. (mehr)
20.09.2016, Landeszeitung Lüneburg